50 Jahre "Jugend musiziert"

"Jugend musiziert" sucht keine Wunderkinder, nicht den Superstar. "Jugend musiziert" sucht junge Menschen, die Freude an der Musik haben, denen Selbstmusizieren etwas bedeutet. Hier wartet ein weites Begegnungsfeld zum Vergleichen und zum Austausch von Erfahrungen.

Der Wettbewerb ist die Plattform, auf der junge Menschen die Weiterentwicklung ihrer musikalischen Begabung zeigen und hören lassen können. Dabei finden sie Maßstäbe für ihr eigenes künstlerisches Tun und können sich für die Ausbildung auf ihrem Instrument oder mit ihrer Stimme schrittweise ein neues Ziel setzen.
Anspruch und Ehrgeiz können und dürfen durchaus unterschiedlich sein, auch die Motivation, z.B. Gefallen haben am gemeinsamen Musizieren in der Familie, im Kreis der Freunde, in kleineren oder größeren Ensembles, in einem der vielen Jugend- und Laienorchester. Und wer selbst musiziert und singt, nimmt als aufmerksamer Hörer Anteil an unserem Musikgeschehen. Hochtalentierte haben die Perspektive einer professionellen musikalischen Ausbildung z.B. an einer der zwei Dutzend Musikhochschulen.
"Jugend musiziert" ist mehr als nur ein Wettbewerb, er umschließt ein vielfältiges Förderangebot, von der Beratung durch Jurygremien bis hin zu anschließenden Einladungen für Konzerte, Kurse, Workshops, internationale Begegnungen. Oder Stipendien, individuelle Ausbildungsbeihilfen, Bereitstellung von wertvollen Instrumenten und andere besondere Auszeichnungen und Preise.
Vor genau 50 Jahren haben sich Verantwortliche aus den Musikpädagogischen Verbänden mit Institutionen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene sowie auf privater Seite als Partner zusammengetan, weil sie sich um den künstlerischen Nachwuchs in unserem Lande ernsthaft Sorge machten. Mit dem Aufruf zum Wettbewerb "Jugend musiziert" wollte man Ausschau halten nach musikalischen Begabungen. Offenbar war es keine schlechte Idee; denn die Bewerberzahl stieg von Jahr zu Jahr auf nunmehr eine runde halbe Million. Der Radius einbezogener Instrumente, Kategorien und Spielformen erweiterte sich laufend. Niemand wagte, mit so viel Zuspruch zu rechnen, mit einem solch erstaunlichen Leistungsanstieg, immer früherem Beginn am Instrument und immer höherem eigenem Anspruch. So hat "Jugend musiziert" im Verlauf von fünf Jahrzehnten die musikpädagogische Landschaft enorm bewegt, belebt und geprägt. Ähnliche Förderprojekte sind in anderen Ländern anstanden, Zusammenarbeit und Austausch eingebunden. "Jugend musiziert" ein prägendes Erlebnis, das man nie mehr vergisst, egal, ob man einen Musikberuf ergreift hat oder nicht; welche Wirkungen der Wettbewerb und das Förderumfeld "Jugend musiziert" auf sie hatte, dazu äußern sich ehemalige Teilnehmer und Preisträger in der Jubiläumsschrift "Lass' hören, 50 Jahre "Jugend musiziert" (conbrio.de).
Ein guter Anlass, Dank und Anerkennung auszudrücken gegenüber mittlerweile mehreren Generationen von Eltern, die dahinter stehen, von Musiklehrern und Musikern, die vielfach im Ehrenamt Beurteilung, Beratung und Organisation geleistet haben. Oder all den Institutionen, Verbänden und Stiftungen, die mit finanziellen und anderen unterstützenden Maßnahmen beigetragen haben, „Jugend musiziert" als ein einzigartiges Förderprojekt für musiktalentierte und musikinteressierte Kinder und Jugendliche zu ermöglichen. Darüber freut sich ganz besonders einer der Ideengeber und Mitbegründer von "Jugend musiziert", der dieses Projekt 33 Jahre hindurch für den Deutschen Musikrat mit viel Freude betreut hat.

Eckart Rohlfs


Share |

This website uses Google Analytics. Google will not associate your IP address with any other data held by Google. You may refuse the use of cookies by selecting the appropriate settings on your browser. Read More